Geheime Lust 3

Es regnete. Seit fünf Tagen fast ohne Unterbrechung. Wolken hingen betrübt und müde über dem Land und schienen gewillt, die Herrschaft der Sonne endgültig vergessend zu machen. Willig schien sich einfach alles in einer tristen, grauen Unendlichkeit aus fallendem Nass aufzulösen. Ganz so, als Wollen sie alle Bewohner unter ihnen ihre schmutzigen Sünden reinwaschen.
Mit Wohlwollen vernahm er das Knirschen unter seinen Stiefelsohlen. Kurz erfreute er sich darüber, den Pflasterweg verlegt zu haben. Langsam zog Val das Ende seines Mantels unter dem schwer befüllten Holzkorb hervor, legte es als Regenschutz darüber und zog ihn hinter sich her. Wieso ihm das jedesmal geschah, fragte sein Gesicht. Nur wenige Schritte lagen zwischen Speicher und Haus.
Dort schüttete er die Scheite in eine Stahlklappe, vernahm genüsslich ein metallisches Klicken, so wurde die Klappe verschlossen.
Der Regen trommelte im Stakkato gegen die Scheiben seines kleinen Hauses, welches sich am Ende des Dorfes und am Rande des Waldes gegen einen Hang drückte. Drinnen sah Val seine Frau gedankenverloren am Fenster der schlecht geheizten und spärlich beleuchteten Stube stehen. Sie blickte in die wolkenverhangene Welt nach draußen und beobachtete die herankriechenden Nebelschwaden. Er sah sie schaudern und ihre Wolldecke fester um sich ziehen. Er wusste genau, worüber sie zu dieser Jahreszeit nachdachte. Er mochte nicht, wenn sie sich so quälte und er hasste es, dass sie jeden einzelnen Gedanken daran tatenlos verschwendete.
„Es ist bald vorbei.“ Mit einem Wangenkuss zauberte Val ein Lächeln auf die Frierende. Kein malerischeres Bild hätte es gegeben, wie sie dastand, hinter dem betröpfelten Fenster. Einige Tropfen, so wirkte es, wollten ihr Gesicht liebkosen und von ihrer samtweichen Haut kosten. Hätte sie das doch nur von draußen sehen können, sich, mit verschlossenen Augen und dem entschlossenen Gesicht. Eine Strähne schwang fröhlich, während sie einige Male nickte. „Die Frage ist nur, wie wird es vorangehen“, schwoll unter ihren geschlossenen Augen hervor. Val betätigte einen unscheinbaren Hebel nahe der Tür, gab „Wir sind gut dabei“, zurück und sie begann breiter zu lächeln. „Du grinst jetzt verschmitzt, nicht wahr?!“ Darauf lachte er leise und zählte mit dem Zeigefinger die Tür hinaufzählend, die fünf klickenden und schiebenden Ergebnisse seines Hebeldruckes ab. „Ich gehe nach unten“, raunte sie verführerisch und erwachte förmlich. „Wir haben zu tun -“ fügte sie an, er zwinkerte: „…und da ist es wärmer.“ Sie stimmte verheißend auf seine Blicke ein und drehte sich um.
Eigentlich gab es immer viel zu tun in dieser Jahreszeit und Val liebte es neben seiner Frau zu sitzen, ihre flinken Finger bei der Ausübung ihrer Arbeit zu beobachten und die Geräte für den Frühling wieder in Ordnung zu bringen. Im Hintergrund konnte er das prasseln des Ofens hören, das Schnurren der Katze, die sich auf den heißen Sims gelegt hatte und weit entfernt vernahm er das Rütteln und Kratzen des Wintersturmes an seinem beschwipsten Haus. Val hatte es sich zur Gewohnheit gemacht, ihr während dieser Stunden all den Klatsch und Tratsch aus dem Dorf zu erzählen und beide schwelgten in ihren Erinnerungen an die vergangenen Sommer. „Erinnerst du dich, wie wir uns kennengelernt haben?“ Seine Frau blickte ihn auffordernd an. Sie strich sich die neckende Strähne aus dem Gesicht.
„Klar wie könnt ich das vergessen! Sie haben übrigens immer noch keine Ahnung, ja, ganz sicher. Die meisten hier sind kaum in der Lage zu spielen, sie sind eher frei heraus. Wir gelten als sonderbar, aber interessant.“
Unter ihrem Haus änderte sich das Erscheinungsbild etwas. Der Keller war dunkel und steinig, wie das ein zufälliger Besucher hätte sehen können und sollen. War es schon ungewöhnlich genug, an solchen Gebäuden überhaupt einen Keller zu haben, wäre es ein verstörende Überraschung, eine Art zweites Haus vorzufinden. Um das zu verhindern, befanden sich sorgfältig versteckte Zugänge nebst einem kleinen Weinkeller, nebst Vorrats- und zahlreichen weiteren aufregenden Kammern. Um das Versteck möglichst unlogisch anzubringen, befand es sich nicht neben, sondern unter dem Keller. Wer würde mit einer Falltür in einem Keller rechnen? Niemand.
„Mein Gestricktes kommt gut an?“ Val nahm ein Notizbuch hervor. „Dein Gestricktes… meinst du das für drüber oder für drunter?“ Sie lachte durch die Nase und kratzte drohend an ihren Nadeln. „Gut, gut, hab schon verstanden,“ seufzte er ironisch. „Deine Fingerfertigkeit wird als beeindruckend empfunden. Vielleicht sollten wir mal die Komplexität etwas herunterfahren. Die Annäherung an den Rundstrickstil hat sich ja bewährt.“ Vals Frau nahm den Klatsch bereitwillig auf und verwertete die Information nach einem Bewährten Muster.
„Das ganze Leben ist ein Muster, Mister.“ Sie zog neckend an seinem Hosenbund. Beide lächelten sich an. Sie ging wieder an die Arbeit. „Wir ändern den Algorithmus. Die Maschine strickt abwechselnd rechts- und linksrum. Eine Arbeitsprobe für kommende Woche wird nur zur Hälfte gefertigt, sie liegt dann oben für den Fall, dass Besuch kommt.“
Es blieb bei der Absprache. Das Aufrechterhalten einer unscheinbaren Existenz war wichtig, durfte aber nur einen kleinen Teil ihrer Zeit ausmachen. Sie hatten genug zu tun und dieses Doppelleben erwies sich als planungs- und innovationsintensiv.
Unter dem Rattern und Klicken der Maschine ließ Val seinen Blick durch das zweite Haus schweifen. Er fühlte sich geborgen und sicher so tief unter dem wahren Geschehen. Wenn er darüber nachdachte, hatte er genau das schon immer gespürt. Er war anders als die anderen und fürchtete sich nun auch nicht mehr es auszuleben. Lange hatte er seine heimliche Leidenschaft alleine ausüben müssen. Dann hatte er Fabienne getroffen.
Nach der ganzen Tristess des Regens, der die Sonne hinter die schweren und nassen Wolken verbannte, sog sie in den folgenden Tagen all das Nass gierig auf und dürstete nach all der Verbannung förmlich nach der neuen wolkenlosen Freiheit um Aufmerksamkeit.
Besonders am Abend wenn der Feuerball am Himmel begann, nach der Erde zu lecken und tief am Horizont lusterfüllt seine Strahlen ausstreckte, fühlten sich Val und seine Frau von der Szenerie gefesselt. Sie fanden sich nach einem arbeitserfüllten Tag an dem kleinen See wieder, der sich zwischen den hohen Bäumen in einen tiefblauen Smaragd verwandelte. 
In Vals Augen flammte seine Leidenschaft für seine Geliebte in diesen Stunden noch heller. Die neckische Strähne im Gesicht seiner Frau liebkoste ihre Wange zärtlich. Ihre vollen Lippen flüsterten nah an seinem Ohr unaussprechliche Dinge, dass ihm das Blut in Schoß trieb. Val fühlte seine zu eng gewordene Hose. Die Lust schmerzte ihn fast, so sehr begehrte er die Erlösung. 
Der Abendwind umspielte das zarte Seidenkleid seiner Frau und kitzelte ihre Brüste und stellte die Nippel auf. Sie mochte das Spiel mit der Leidenschaft und neckte Val mit ihren weißen Schenkeln. Ihre Hände hatte sie in ihrem pochenden Schoß. Ihr Blick verschleierte und zeigte, wie sehr sie diesen Moment für sich genoss. Ganz nah stand sie nun vor ihm. Sie roch nach Lust und dem längst vergangenem Regen, nach Moos und den Kräutern, die sie benutzte. Langsam hob sie ihr Seidenkleid. Val zog sie zu sich.
In diesen Stunden kannten sie weder Leben noch Tod. Im Liebesnass wogen sie ihre von der Arbeit gezehrten Körper und wurden unter der vor Neid rotwerdenden Sonne zum unzertrennlichen eins. Erfüllt von dem Zauber des Augenblicks und der hereinbrechenden Nacht schlenderten sie volltrunken vom Glück zurück zu ihrem kleinen Haus an dem Felsen, noch immer den Geschmack der Zugehörigkeit im Mund.
Nach der ganzen Tristess des Regens, der die Sonne hinter die schweren und nassen Wolken verbannte, sog sie in den folgenden Tagen all das Nass gierig auf und dürstete nach all der Verbannung förmlich nach der neuen wolkenlosen Freiheit um Aufmerksamkeit.
Besonders am Abend wenn der Feuerball am Himmel begann, nach der Erde zu lecken und tief am Horizont lusterfüllt seine Strahlen ausstreckte, fühlten sich Val und seine Frau von der Szenerie gefesselt. Sie fanden sich nach einem arbeitserfüllten Tag an dem kleinen See wieder, der sich zwischen den hohen Bäumen in einen tiefblauen Smaragd verwandelte. 
In Vals Augen flammte seine Leidenschaft für seine Geliebte in diesen Stunden noch heller. Die neckische Strähne im Gesicht seiner Frau liebkoste ihre Wange zärtlich. Ihre vollen Lippen flüsterten nah an seinem Ohr unaussprechliche Dinge, dass ihm das Blut in Schoß trieb. Val fühlte seine zu eng gewordene Hose. Die Lust schmerzte ihn fast, so sehr begehrte er die Erlösung. 
Der Abendwind umspielte das zarte Seidenkleid seiner Frau und kitzelte ihre Brüste und stellte die Nippel auf. Sie mochte das Spiel mit der Leidenschaft und neckte Val mit ihren weißen Schenkeln. Ihre Hände hatte sie in ihrem pochenden Schoß. Ihr Blick verschleierte und zeigte, wie sehr sie diesen Moment für sich genoss. Ganz nah stand sie nun vor ihm. Sie roch nach Lust und dem längst vergangenem Regen, nach Moos und den Kräutern, die sie benutzte. Langsam hob sie ihr Seidenkleid. Val zog sie zu sich.
In diesen Stunden kannten sie weder Leben noch Tod. Im Liebesnass wogen sie ihre von der Arbeit gezehrten Körper und wurden unter der vor Neid rotwerdenden Sonne zum unzertrennlichen eins. Erfüllt von dem Zauber des Augenblicks und der hereinbrechenden Nacht schlenderten sie volltrunken vom Glück zurück zu ihrem kleinen Haus an dem Felsen, noch immer den Geschmack der Zugehörigkeit im Mund.
Pamski82

Pamski82

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *