Glück ist von extremster Hässlichkeit umgeben

Eine Aussage der Zeit (2007), der ich nur ungern widerspreche.
Glück ist etwas, dass gesucht, erforscht, herbeigewünscht und künstlich hergestellt werden will. Die allseits begleitende Frage ist da nicht nur, was Glück überhaupt ist, sondern vielmehr, wie kann ich es vermehren? Jetzt, wo die Ökonomie Lunte gerochen hat und ebenfalls vom Glückskuchen ein Stück abhaben möchte, wird aus einem: „Je höher das Einkommen, desto besser.“ ein: „Glücklich sind diejenigen, die aktiv sind.“
Schön zu sein hilft hingegen kaum weiter, ebenso wenig hohe Bildung. Was allerdings sehr viel nutzt, ist ein (wo möglich angeborenes) Talent zur Zufriedenheit: Sonnige Gemüter genießen einen erheblichen Vorteil. Hohe Arbeitslosigkeit hingegen bringt einen erheblichen Unglückszustand.
Glück erlebe man in Momenten, in denen man seine Aufmerksamkeit auf etwas Angenehmes richte. D.h. wer sich auf eine langfristige Sache konzentriert zum Glücklichsein, den erreicht schnell die Gewöhnung eben an diesen Zustand. Treffen mit Freunden (die immer wieder neu und anders sind) und viele kleine Konsumfreuden bieten Abwechslung.
Eben diese Erkenntnisse bringen die Ökonomie ins Wanken, Glück kann eben nicht langfristig durch höheren Lohn hergestellt werden und Menschen, die in einem Laufrad nach immer mehr Wohlstand streben, nur um dann festzustellen, dass sie nicht zufriedener werden, resignieren schnell und steigern ihr Arbeitspensum nicht mehr. Es ist anzunehmen, dass eher das Gegenteil passiert.
Diese Erkenntnisse sollten Social Media-/Community Manager bei ihrer täglichen Arbeit beachten. Schafft ihr es mit euren Kampagnen und Interaktionen das Gefühl des Glücks zu vermitteln – oder noch besser – zu steigern, dann erhöht dieses auch die Loyalität und die Aktivität der Mitglieder gegenüber der Firma, der Marke etc.
Gibt es also einen Kapitalismus des Glücks?
Pamski82

Pamski82

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